Hallo Leute,
es ist noch dunkel und über Wien liegt eine dichte Nebelschicht als ich von der Firma weglaufe. Während ich langsam spüre wie die Wärme sich in meinem Körper verbreitet fasse ich den Entschluss meine Aufmerksamkeit auf die Farben um mich zu konzentrieren.
Anfangs sehe ich die bunte Pracht des Herbsts nur da wo die Laternen die Umgebung beleuchten, doch dann wird es langsam hell. Durch die Weinberge führt mich ein Weg auf eine Straße. Wenn ich auf die linke Seite blicke sehe ich Weinstöcke in drei unterschiedlichen Farben. Es sieht aus als wolle die Natur eine dreifärbige Flagge nacharmen, erst grün, dann goldgelb und daneben ein Streifen dessen Blätter einen starkes dunkelrot tragen.
Weiter laufe ich parallel zur Senderstraße auf den Bisamberg hinauf. Immer wieder sehe ich zwischen den Sträuchern auf das mit Nebel bedeckte Wien. Die Blätter der Bäume in der unmittelbaren Umgebung bieten einen starken Kontrast zum Grau des Hintergrunds.
Ich bewundere die a
m Boden liegenden Blätter die wie ein Teppich den Weg bedecken. Manche Bäume haben ihr Laub fast zur Gänze verloren andere tragen noch ein strahlend grüne Krone. Immer wieder laufe ich an Querwegen vorbei und stelle fest wie wundervoll diese Jahreszeit die Landschaft schmückt.
Als ich dann auf der Elisabeth Höhe ankomme sehe ich überall die in Nebel eingehüllten Orte. In Klosterneuburg kann ich das Gebäude, welches für die Namensgebung verantwortlich ist nur schemenhaft erkennen. Die Donau verschwindet stromaufwärts im Grau und Wien ist nur zur Hälfte sichtbar. Es ist als würde der graue Schleier die Schönheiten vor Schaden schützen.
Ich laufe konzentriert über den Jungfernsteg hinunter. Es ist als ob ich in meiner eigenen Welt laufe. Ich vergesse für kurze Zeit meine Umgebung und komme sicher in Langenzersdorf kommen. Zurück zur Firma führt mich wie schon oft der Marchfeldkanal.
Heute habe ich gemerkt, dass es auch im Nebel wunderschöne Farben gibt. Man muss sie nur sehen.