Rohrerwiese, Sophienalpe, Hameauwiese – 1190 Wien, 25.11.2012

Hallo Leute,

gerade als ich den Lauf beginne lösen sich die Wolken immer mehr auf. Die Sonnenstrahlen wärmen mein Gesicht. Vom „Grüass dia Gott Wirt“ auf der Sieveringerstraße laufe ich hinunter Richtung Weidlingbach. Der Untergrund ist sehr anspruchsvoll. Ich rutsche immer wieder auf dem feuchten tiefen Boden.

Ein kurzes Stück führt mich mein Weg auf der Straße und dann wieder in den Wald hinein. Der Wald ist schon gezeichnet durch den Herbst. Die Blätter werden immer weniger.

In meinem Körper spüre ich den Sauerstoffüberschuss. Meine Sinne sind noch empfindlicher als normalerweise. Der nasse Boden mit dem gefallen Laub hat einen prägnanten Geruch. Aus der Ferne höre ich Stimmen die die Stille durchbrechen. Ich fühle mich einfach großartig und mit der Natur verbunden. Meine Beine sind trotz Steigung ganz leicht. Mein Kopf ist ganz frei und ich genieße die Strecke.

Bei der Sophienalpe laufe ich vorbei, hier bin ich noch nie gelaufen und muss mich erst einmal orientiere. Schließlich finde ich ein Schild das mir den Weg zur Hameau Wiese weist. Ich folge der Richtung in der der Wegweiser zeigt und begegne vielen Wanderern die den schönen Tag nutzen. Bald darauf laufe ich an der Wiese vorbei. Entlang der Höhenstraße gelange ich wieder zu meinem Ausgangspunkt.

Das war ein guter Lauf, danke.

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Bisamberg im Nebel – 1210 Wien, 31.10.2012

Hallo Leute,

Heute  ist wieder Nebel angesagt. Die Sicht ist grade hundert Meter. Erst laufen wir neben dem Marchfeldkanal nach Langenzersdorf den Rehgraben hinauf. Die Stimmung ist für einen Gruselfilm wie geschaffen. Andererseits bietet dieser Wolkenschleier auch Schutz. Geräusche aus der Umgebung dringen nur dumpf wie von ganz weit weg zu mir durch.

Ein Rehbock steht mir kurz Auge in Auge gebannt gegenüber bis er dann doch die Flucht ergreift. Am gegenüberliegenden Hang sehe ich seine Umrisse noch einmal kurz, er verharrt und blickt zu mir herüber.  Dann verschwindet er wie ein verblassender Geist.

Oben angelangt ist es ganz still um mich herum. Alles was zu hören ist sind meine Schritte und das Rascheln meiner Regenjacke.  Die Farben der Blätter sind nur in meinem nahen Umfeld zu erkennen, doch mit zunehmender Entfernung legt sich eine weißgraue Schicht darüber bis sie schließlich ganz verblassen und sich dann mit dem Nebel vereinigen.

Als ich dem Verlauf folge komme ich auf die Senderwiese. Plötzlich taucht aus der Schleierwand ein einzelner Baum auf. Eine mystische Szene wie aus einem Hollywood Film. Ich warte nur darauf, dass sich jetzt der Stamm mit der grünen Krone zu bewegen beginnt. Rund um den Baum liegt noch ein Teppich Schnee vom Wochenende der dem Bild noch mehr die Stimmung von Spätherbst gibt. Alles passt heute zu Halloween.

Im Osten ist es entlang des Horizonts sehr hell. Die Sonne versucht einen Weg durch die weißgraue Nebelwand zu finden. Wenn ich in die Richtung blicke wo Wien sein sollte sehe ich nicht mal bis nach Stammersdorf hinunter.

Als ich die Runde beende denke ich bei mir das wird ein guter Tag.

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Über die Elisabeth Höhe – 1210 Wien, 24.10.2012

Hallo Leute,

es ist noch dunkel und über Wien liegt eine dichte Nebelschicht als ich von der Firma weglaufe. Während ich langsam spüre wie die Wärme sich in meinem Körper verbreitet fasse ich den Entschluss meine Aufmerksamkeit auf die Farben um mich zu konzentrieren.

Anfangs sehe ich die bunte Pracht des Herbsts nur da wo die Laternen die Umgebung beleuchten, doch dann wird es langsam hell.  Durch die Weinberge führt mich ein Weg auf eine Straße. Wenn ich auf die linke Seite blicke sehe ich Weinstöcke in drei unterschiedlichen Farben. Es sieht aus als wolle die Natur eine dreifärbige Flagge nacharmen, erst grün, dann goldgelb und daneben ein Streifen dessen Blätter einen starkes dunkelrot tragen.

Weiter laufe ich parallel zur Senderstraße auf den Bisamberg hinauf. Immer wieder sehe ich zwischen den Sträuchern auf das mit Nebel bedeckte Wien. Die Blätter der Bäume in der unmittelbaren Umgebung bieten einen starken Kontrast zum Grau des Hintergrunds.

Ich  bewundere die am Boden liegenden Blätter die wie ein Teppich den Weg bedecken. Manche Bäume haben ihr Laub fast zur Gänze verloren andere tragen noch ein strahlend grüne Krone.  Immer wieder laufe ich an Querwegen vorbei und stelle fest wie wundervoll diese Jahreszeit die Landschaft schmückt.

Als ich dann auf der Elisabeth Höhe ankomme sehe ich überall die in Nebel eingehüllten Orte. In Klosterneuburg kann ich das Gebäude, welches für die Namensgebung verantwortlich ist nur schemenhaft erkennen. Die Donau verschwindet stromaufwärts im Grau und Wien ist nur zur Hälfte sichtbar. Es ist als würde der graue Schleier die Schönheiten vor Schaden schützen.

Ich laufe konzentriert über den Jungfernsteg hinunter. Es ist als ob ich in meiner eigenen Welt laufe. Ich vergesse für kurze Zeit meine Umgebung und komme sicher in Langenzersdorf kommen. Zurück zur Firma führt mich wie schon oft der Marchfeldkanal.

Heute habe ich gemerkt, dass es auch im Nebel wunderschöne Farben gibt. Man muss sie nur sehen.

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